Qualitätsfleisch aus tiergerechter und umweltschonender Haltung

27.11.2019
Großkundgebung in Berlin: Landwirte gehen auf die Barrikaden – und legen Verkehr lahm

Zehntausende Landwirte demonstrierten gestern (26. Nov. 2019) vor dem Brandenburger Tor in Berlin gegen das Agrarpaket der Bundesregierung. Sie haben die Nase voll – von den ständigen Kurswechseln der Politik, neuen Umweltvorschriften und Gängeleien der EU aus Brüssel. Deswegen hatten sich tausende Landwirte auf den Weg in die Hauptstadt gemacht, um Politik und Gesellschaft wach zu rütteln. Dabei legten sie den Verkehr in der Berliner Innenstadt lahm und brachten die Polizei teilweise zur Verzweiflung. Aus allen Himmelsrichtungen rollten Konvois von Traktoren und landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen an, begleitet von lautem Hupen. Mit Kuhglocken, grünen Holzkreuzen und Transparenten machen die wütenden und auch frustrierten Landwirte ihrem Ärger Luft: „No farmer, no food, no future“ oder „Wir wollen von unserer Arbeit leben können“ und „Agrarpaket? Wir wollen mitreden!“ ist auf den Plakaten zu lesen. Hinter der Protestfahrt steckt die Initiative  „Land schafft Verbindung“. Die Bewegung ist Anfang Oktober 2019 spontan entstanden mit dem Ziel, gemeinsame und friedliche Lösungen für eine Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft zu finden.

Landwirte fordern mehr Mitsprache und umsetzbare Lösungen

Der Fokus der Forderungen liegt auf „gemeinsam“ und „miteinander“ – nicht gegeneinander. Mit der Großdemo in Berlin haben die Landwirte, die sich zu tausenden zusammengeschlossen haben, für dieses „gemeinsam“ ein lautstarkes und imposantes Zeichen gesetzt. „Es ist zweifellos legitim, für die eigenen Interessen auf die Straße zu gehen“, kommentiert BUND-Vorsitzender Olaf Bandt die Aktion. „Wir als BUND sind bereit, mit den protestierenden Landwirtinnen und Landwirten in einen Dialog zu treten.“ Auch Georg Janßen, Geschäftsführer Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (Abl) hält es für wichtig, das Anliegen der Demonstranten ernst zu nehmen und gemeinsam mit den gesellschaftlichen Verbänden und Organisationen eine Lösung zu finden. Wir von NEULAND sehen das genauso und unterstützen diese Ansicht. Mit dieser Strategie schlägt der Abl einen anderen Weg ein als der Bauernverband.

„Bäuerliche Arbeit ist unheimlich viel wert!“

Janßen betont in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, dass ALLE in die Verantwortung und Pflicht genommen werden müssen – von den Landwirten über die Verbraucher-, Umweltschutz- und Tierschutzorganisationen, dem Lebensmitteleinzelhandel, der Fleischwirtschaft bis hin zur Wissenschaft und – na, klar zur Politik. Nur so kann es zu einem Konsens zwischen allen Beteiligten kommen. Für ihn ist hoffentlich schon Merkels Landwirtschaftsgipfel am 2. Dezember ein erster Schritt in die richtige Richtung… Wir hoffen das auch und drücken die Daumen!


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1 Kommentar zu diesem Beitrag

  1. Nicole Gehringer  schrieb:
    am 04.12.2019 um 11:43 Uhr

    In Münchberg haben sich am Dienstag 100 Landwirte versammelt, um zur Kundgebung nach Bayreuth zu fahren. Auch sie sehen mit großer Sorge in die Zukunft. Nur mehr Zwei kleine Firmen stellen die deftige Beilage in Trogen und Feilitzsch her. Und das, obwohl in der Region kaum mehr Weinkrautkraut wächst.