Qualitätsfleisch aus tiergerechter und umweltschonender Haltung

Bildunterschrift: "Die letzten ihrer Art: (vlnr) Enno Appelhagen (Fleischermeister) Eberhard Prunzel-Ulrich (Landwirt), Christa Lutum (Bäckerobermeisterin), Wolfgang Heinzel (Gastwirt)". Bildnachweis: Simon Malik/Bundesverband der Regionalbewegung e.V.

24.09.2019
Lebensmittel-Handwerksbetriebe vom Aussterben bedroht!

Glaubt man den Zahlen des Statistischen Bundesamtes, ergibt ein Blick in die Zukunft ein erschreckendes Szenario: Bäckerhandwerksbetriebe wird es 2039 nicht mehr geben, Fleischerhandwerksbetriebe schon 2037 nicht mehr. Die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe sind 2036 ausgestorben und bereits 2034 die Schankwirtschaften. Fleischer, Bäcker, Gastwirte und Landwirte sind somit auf der „Roten Liste der Nahversorger“ gelandet – „die letzten ihrer Art!“ Darauf machte der Bundesverband der Regionalbewegung e.V. (BRB) jüngst in der gleichnamigen Aktion am Brandenburger Tor aufmerksam.

Garanten unserer kulinarischen Vielfalt

„Fleischer, Bäcker, Gastwirte und Landwirte, die handwerklich im regionalen Wirtschaftskreislauf arbeiten, sind die Gestalter und Garanten unserer kulinarischen Vielfalt und akut vom Aussterben bedroht“, warnt Heiner Sindel, 1. Vorsitzender des BRB. Die Zahl der handwerklichen Fleischer- und Bäckerhandwerksbetriebe ist von 1998 bis 2018 um 49 % zurückgegangen, 48 % der kleinen landwirtschaftlichen Betriebe (bis 50 ha Fläche) haben seit Mitte der 90er Jahre aufgegeben. Und den Wirtshäusern im ländlichen Raum ergeht’s noch schlechter: seit 1994 haben 59 % den Zapfhahn zugedreht.
Traurig, wie Ketten und Franchise-Unternehmen die Überhand gewinnen und kleine, individuelle Lebensmittel-Handwerksbetriebe, heutzutage ja auch gerne „Manufakturen“ genannt, im ländlichen Raum einfach verdrängt werden, oder besser: das Handtuch werfen müssen. Die Ursachen sind laut BRB bekannt: fehlende Fachkräfte, fehlende Nachfolge, zeitfressende Bürokratie, steigende Preise für Pacht und Kauf von landwirtschaftlichen Flächen, fehlende Wertschätzung von Handwerksberufen, Veränderungen in der Sozialstruktur.

Regionale Wirtschaftskreisläufe unterstützen!

Deshalb fordert die Regionalbewegung: „Wenn wir uns ernsthaft diesem Strukturbruch und dem Klimawandel entgegen stellen wollen, müssen regionale Wirtschaftskreisläufe mit dezentralen Strukturen sowohl Teil einer zukünftigen Klima- als auch Lebensmittelpolitik sein.“ Damit ist gemeint: rigoroses Umdenken in der Förderpolitik mit fairen Rahmenbedingungen und weniger bürokratische Hürden für Kleinst- und kleinere Betriebe. Bei NEULAND setzen wir auf eben diese kleineren Betriebe – sowohl in der Landwirtschaft als auch im Fleischerhandwerk. NEULAND ist ein „Bauernprogramm“: Die Tiere werden zu einem angemessenen Preis, der die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe sichert, aufgekauft. Es gibt sogenannte Bestandsobergrenzen für die Tierhaltung – d.h. nur kleinere und mittlere bäuerliche Familienbetriebe können an unserem Programm teilnehmen. Und unsere handwerklichen Fleischermeister stellen ihre Fleisch- und Wurstwaren selbst her. Klar, dass wir mit der Forderung der Regionalbewegung d’accord sind – denn wir wissen, dass es möglich ist: Wir unterstützen regionale Wirtschaftskreisläufe und damit auch die letzten Lebensmittel-Handwerksbetriebe ihrer Art!


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1 Kommentar zu diesem Beitrag

  1. Thomasitark  schrieb:
    am 22.11.2019 um 15:28 Uhr

    Danke schön dass ihr den Menschen helfen, die benötigten Informationen zu erhalten. Gute Arbeit wie üblich.
    aufsatze englisch