Qualitätsfleisch aus tiergerechter und umweltschonender Haltung

15.08.2019
„Tierschutz mit Messer und Gabel“ – ein Buch für (fleischessende) Tierfreunde

Das Buch „Tierschutz mit Messer und Gabel“ von Dr. Andrea Flemmer zeigt auf, dass man Nutztiere auch tierfreundlich halten kann. So der Text auf der Rückseite des Buches. Und weiter: „Wir wollen saubere, gut schmeckende Lebensmittel. Aber wie können künstlich hochgezüchtete Hähnchen gut schmecken? Rinder, die sich kaum bewegen können, Sauen, die auf ihren eigenen Fäkalien leben?“

Das sind berechtigte Fragestellungen – im Hinblick auf die konventionelle (Massen)Tierhaltung. Und genau hier setzt das Buch an: Andrea Klemmer zeigt ungeschönt die bittere Realität der Nutztierhaltung in Deutschland. Und sie geht noch einen Schritt weiter: anstatt nur zu beschreiben und anzuklagen, zeigt Andrea Klemmer konstruktiv Lösungen auf, wie Tierhaltungssysteme aussehen könn(t)en. „Die Liste der alternativen, tierfreundlichen Haltung ist lange. Sie werden am Ende des Buches gar nicht mehr verstehen, warum es immer noch Massentierhaltung, Stopfleber und grausige Fischereien geben muss, denn: Tierschutz mit Messer und Gabel zeigt, dass es auch anders geht!“ 

In ihrem Buch schlägt die Diplom-Biologin und Ernährungswissenschaftlerin einen Bogen von der Massentierhaltung samt Folgen über verschiedene Ernährungsformen, die Definition von „artgerecht“, Beispiele tierfreundlicher Haltungsformen bis hin zu speziellen Nutztierarten und wirft einen kritischen Blick auf Tierschutz in anderen Ländern. Auch interessante Fakten finden sich in ihrem Buch, z.B. Wenn alle Deutschen an einem Tag in der Woche vegetarisch Essen würden, müssten jährlich 140 Millionen Tiere weniger geschlachtet werden“.

Ein Buch für alle (fleischessenden) Tierfreunde, denen ihr eigenes Wohl, das der Tiere und auch unserer Umwelt am Herzen liegt. 288 Seiten, die (ohne erhobenen Zeigefinger) aufklären, aufrütteln und zum Nachdenken und Handeln motivieren/anregen.

Lese-Probe: 
Bei dem Wort „Tierschutz“ denken viele zunächst an geschlachtete Robbenbabys, geprügelte Hunde oder aussterbende sibirische Tiger. Dabei liegt Tierschutz viel, viel näher. Er fängt nämlich auf dem eigenen Teller an. Doch in der Realität hört für die überwiegende Mehrheit der Tierschutz dort auf. Obwohl die meisten wissen, dass die Situation von Tieren in Massentierhaltung alles andere als angenehm für diese ist, schauen sie beim Kauf von tierischen Produkten hauptsächlich auf den Preis. Daran ändern noch so viele Skandale um Hammelfleisch, Pferdefleisch und Antibiotikaresistente Keime auf Geflügel nichts, wie ich jüngst wieder einem Spiegel-Online-Artikel entnehmen konnte. 1094 Tiere isst jeder und jede Deutsche im Jahr. Wie sie gelebt haben, ob sie gelitten haben, danach fragen nur wenige Verbraucher.

„Tierschutz mit Messer und Gabel“ von Dr. Andrea Flemmer, Spurbuch Verlag, 2015, ISBN 978-3-88778-456-0


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