Qualitätsfleisch aus tiergerechter und umweltschonender Haltung

18.07.2019
Tierwohlkennzeichnungsgesetz hängt in der Warteschleife

Es ist ja nun schon eine Weile her: Im Februar hatte Julia Klöckner, unsere Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, die Einführung eines staatlichen Tierwohllabels angekündigt. In drei Stufen soll es den Verbrauchern über die Haltungsbedingungen des Tieres informieren, von der Geburt bis zur Schlachtung. Freiwillig soll die Kennzeichnung sein, so Klöckners Vorschlag. Wir finden, das ist immerhin ein Anfang, auch wenn  die Kennzeichnung vorerst nur für Schweine gelten soll. Es ist ein Anfang für tiergerechtere Haltungsformen. Und auch ein Anfang, damit Verbraucher/innen die Wahl für mehr Tier- und Umweltschutz haben . Und ein Anfang für mehr Überblick im Labeldschungel.

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Quelle: Bundesinformationszentrum Landwirtschaft

Liebe Politiker, einigt euch mal!
Doch aller Anfang ist schwer. Vor fünf Monaten angekündigt, sollte das Gesetz nun endlich im Bundeskabinett abgesegnet werden – und schwupps, verschwand das Thema dann doch von der Agenda. Angeblich müssten noch die nötigen rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Klar, weil sich die Regierenden mal wieder uneinig sind – die einen wollen ein freiwillige Kennzeichnung, die anderen eine verpflichtende. Den einen genügt ein nationales Label, den anderen schwebt ein EU-weites vor. Die einen plädieren für verschärfte Kriterien, die anderen halten die geringeren Anforderungen der „Initiative Tierwohl“, getragen von Bauern und Einzelhandel, für ausreichend. Hier haben die Tiere gerade mal lächerliche zehn Prozent mehr Platz im Stall als der gesetzliche Mindeststandard vorgibt. Zum Vergleich: Bei der Eingangsstufe von Klöckners staatlichem Tierwohllabel wären es 20 Prozent mehr, immer noch recht bescheiden (s. Grafik; Vergrößerung durch Klick aufs Bild). 

Bitte Standards anheben!
Wir sind uns mit dem BUND und Campact einig und finden, die hoffentlich bald kommende staatliche Tierwohlkennzeichnung sollte auf jeden Fall verpflichtend sein! Das ist die wichtigste Voraussetzung für mehr Tierschutz und Transparenz. Allerdings müssten die Kriterien für die unterste Stufe deutlich über den gesetzlichen Standard liegen, sonst kann von „Tierwohl“ keine Rede sein. Ob nun national oder EU-weit ist erstmal zweitrangig, Hauptsache ohne Verzögerung

Lese-Tipp: Die Broschüre „Haltung zeigen – Kennzeichnungspflicht einführen!“ des BUND

 


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1 Kommentar zu diesem Beitrag

  1. Stephan Hoffmann  schrieb:
    am 25.07.2019 um 10:47 Uhr

    Das ist alles gut und richtig, und ich als Metzger finde Fleisch sowieso viel zu günstig. Aber wir müssen unsere Tierhalter auch schützen, sonst haben wir irgendwann keine mehr und dem entsprechend auch keinen Einfluss mehr. Wir können hier nicht eine Auflage nach der anderen ernennen, und den Markt gleichzeitig mit billig Fleisch aus aller Welt fluten.