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Pressemitteilung vom 21.01.10

Studie zu den Perspektiven des Europäischen Tierschutzsiegel vorgestellt

Anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin, wurden auf einer Fachtagung des NEULAND-Vereins für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung am 19.1.10 von Prof.Spiller und Prof. Theuvsen vom Departement für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Georg August Universität Göttingen die Ergebnisse eines Projektes zu den Perspektiven für ein Europäisches Tierschutzlabel vorgestellt. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert.

Mitglieder der Projektgruppe waren neben Prof. Spiller und Prof. Theuvsen noch Vertreter des Deutschen Tierschutzbundes, des NEULAND e.V., des Departements für Nutztierwissenschaften der Georg August Universität Göttingen und des Institutes für Tierschutz und Tierhaltung des Friedrich Löffler Institutes.

Prof. Spiller und Prof. Theuvsen haben dargestellt dass es nach ihren wissenschaftlichen Untersuchungen und Recherchen schon jetzt eine Verbrauchernachfrage von 20 % nach Produkten aus besonders tiergerechter Nachfrage existiere. Dem steht aber nur ein Angebot von noch nicht einmal    1 % entgegen. Aus ökonomischer Sicht handele es sich dabei um einen Fall von Marktversagen, der durch vielfältige Faktoren, u.a. durch Informationsdefizite, Zielkonflikte, Herdenverhalten und blockierte Märkte zu erklären ist. Darum handelt es sich bei dem Markt für Produkte aus besonders tiergerechter Haltung um einen ungehobenen Schatz, der durch ein Tierschutzlabel gehoben werden könne.

Nach Ansicht der Projektgruppe sollte ein Tierschutzlabel folgende Gestaltungselemente enthalten:

  • Wahl eines Tierschutzniveaus oberhalb des gesetzlichen Tierschutzstandards zur Sicherung der Glaubwürdigkeit des Labels (Strategie des „Goldstandards")
  • Festlegung eindeutiger Bewertungskriterien entsprechend dem Stand der Forschung aus den Bereichen Haltung, Management, Tiergesundheit und insbesondere Tierverhalten.
  • Konzentration der Bewertung tierschutzrelevanter Aspekte auf praktikable (Zeit und Kosten), transparente und kommunizierbare Kriterien.
  • Verdeutlichung des Mehrwerts für den Konsumenten durch ein Label mit hohem Wiedererkennungswert.
  • Freiwillige Teilnahme am Labeling-System. Eigenmotivation verspricht eine höhere Dynamik und stärkt die Position im Wettbewerb. Ein obligatorisches Label verlangt eine flächendeckende und vergleichbare Bewertung aller Tierhaltungsformen und Tierarten und ist derzeit nicht realistisch.
  • Staatliche Standardsetzung in Kombination mit privatwirtschaftlicher Administration nutzt die Vorteile beider Institutionen.
  • Plädoyer für eine europäische Lösung. Es ist aber offen, ob die EU in der näheren Zukunft einen Vorschlag entwickeln wird. Wenn nicht, sollte eine nationale Pionierlösung angestrebt werden
  • Wahl eines einstufigen Tierschutzlabels zur Erhöhung der Verständlichkeit und Deutlichkeit der Aussage gegenüber dem Verbraucher.
  • Einführung risikoorientierter Kontrollen zur Reduktion des Aufwands von Zertifizierung und Auditierung.
  • Möglichst simultane Erschließung verschiedener Vertriebswege für die Tierschutzprodukte zur Überwindung der Supply Chain-Barriere („Kuppelprodukt Fleisch").
  • Intensive Begleitung der Markteinführungsphase durch den Staat (vergleichbare Werbekonzepte wie beim Bio-Siegel).

 

Die vollständige Fassung der Studie kann in Kürze von der Homepage der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung unter www.ble.de heruntergeladen werden.


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Kontakt

Torsten Walter
NEULAND e.V.

Baumschulallee 15
53115 Bonn
Telefon: 02 28 / 60 49 6-0
Fax: 02 28 / 60 49 6-40

Studie zu den Perspektiven des Europäischen Tierschutzsiegel vorgestellt