Pressemitteilung vom 08.11.11
Berlin, Belsdorf. Anlässlich der von verschiedenen Organisationen aus dem agrarpoltischen, umwelt- und entwicklungspolitischen Bereich in Berlin durchgeführten Tagung „Fleisch in Massen – Fleisch in Maßen“ am 7.-8.11.2011 stellt der Bundesgeschäftsführer von NEULAND e. V., Jochen Dettmer die Bedeutung des NEULAND-Qualitätsfleischprogrammes aus besonders tiergerechter Haltung für die Nachhaltigkeitsdebatte heraus.
„Das NEULAND-Qualitätsfleischprogramm aus besonders tiergerechter Haltung wurde vor über 20 Jahren gegründet, um eine Alternative neben dem Ökolandbau für eine tiergerechte, umweltschonende, bäuerliche und verbraucherorientierte Nutztierhaltung zu schaffen. Damit hat sich NEULAND schon sehr früh an Nachhaltigkeitszielen orientiert.
Ökologisch verantwortungsvoll: durch besonders hohe Ansprüche an die Tiergerechtheit, positive Umweltwirkung durch Mistwirtschaft und Grünlanderhalt durch Weidehaltung. Sozial ausgeglichen: durch Bestandesobergrenzen, regionale Erzeugerzusammenschlüsse, Fleischerfachgeschäfte und Gastronomie als Vermarktungspartner, Ökonomisch tragfähig: durch faire (kostendeckende) Preise entlang der Wertschöpfungskette,“ so NEULAND-Bundesgeschäftsführer Jochen Dettmer.
Poltische Maßnahmen zur Erreichen einer nachhaltigen Tierhaltung sieht Dettmer darin nachhaltige Tierhaltung als Bestandteil einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Landwirtschaft zu sehen, die verschiedene Nutzungsansprüche erfüllen muss wie: Ernährung, Erhalt der Biodiversität, Klimaschutz, Energieversorgung und Erhalt des ländlichen Raumes als Lebens- und Kulturraum. Darum müssten Landnutzungssysteme und Tierhaltungsverfahren entwickelt werden, die diesen Ansprüchen gerecht werden. Das NEULAND- Qualitätsfleischprogramm ist ein Modell dafür.
„Um aber die gesamte Landwirtschaft in diese Richtung zu bewegen, müssen Märkte, das Ordnungsrecht und Agrarförderungen verändert werden. Langfristiges Ziel muss es sein den Fleischkonsum und die Fleischproduktion zu halbieren. Dabei muss es aber auch eine Relationsverschiebung zugunsten von Fleisch aus Weidetieren geben.
„ Märkte: Kapitalmärkte und Rohstoffmärkte müssen reguliert werden, um Spekulationen zu verhindern. Wettbewerbsbedingungen sind wieder herzustellen indem Konzentrationen in Handel und Verarbeitung endflochten werden. Über Kennzeichnungsregeln muss Marktdifferenzierung ermöglicht werden, damit Verbraucher/innen Wahlfreiheit bekommen. Ordnungsrecht: Das Ordnungsrecht muss für die Tierhaltung verschärft werden. Das betrifft das Bau- und Raumordnungsrecht sowie das Tierschutzrecht. Alle Eingriffe am Tier, wie betäubungslose Ferkelkastration, Schwänzekupieren und Schnäbelkürzen müssen verboten werden. Förderpolitik: Prämien müssen anders verteilt werden. Reform der EU-Agrarpolitik nach den Vorschlägen der Plattformverbände, Greening der 1. Säule und Stärkung der zweiten Säule“, so Dettmer abschließend.
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