Qualitätsfleisch aus tiergerechter und umweltschonender Haltung

07.01.2015
Pressemitteilung Konsequenzen

Neuland zieht weitere Konsequenzen aus Betrugsvorfällen

Berlin, den 7.1.15: Der Verein „Neuland e.V. – Verein für tiergerechte und umweltschonende Tierhaltung in der Landwirtschaft“ hat zusammen mit seinen drei Trägerverbänden weitere Konsequenzen aus den Betrugsvorfällen des vergangenen Jahres gezogen. Im Frühjahr und Sommer 2014 waren in den Neuland-Geschäftsstellen Nord und Süd Fleischwaren nicht korrekt gekennzeichnet worden, so dass Produkte als Neuland-Ware vermarktet wurden, die aus nicht nach Neuland-Kriterien zertifizierter Haltung stammten. Das Label „NEULAND-Fleisch“ steht für eine besonders tiergerechte Tierhaltung.

Die Trägerverbände Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Deutsche Tierschutzbund (DTSchB) zeigten sich heute vor der Presse in Berlin einig, dass Landwirte, die durch ihren besonders respektvollen Umgang mit Tier und Umwelt Maßstäbe setzen, auch künftig die Unterstützung der Gesellschaft verdienen. Wer jedoch in betrügerischer Absicht gegen Neuland-Regeln verstoße, müsse mit seinem Ausschluss aus dem Verbund rechnen. Die drei Trägerverbände sind sich auch einig, dass die Arbeit der Neuländerinnen und Neuländer als Alternative zur herkömmlichen Tierhaltung wichtiger denn je ist. Um das zu unterstreichen, werden die drei Verbandsvorsitzenden direkt in die Vorstandsverantwortung einsteigen. Hubert Weiger (BUND), Thomas Schröder (DTSchB) und Martin Schulz (AbL) werden bei den anstehenden Neuwahlen antreten und den Vereinsvorstand bilden.
„Die Trägerverbände begrüßen den grundlegenden Neuanfang bei Neuland und die Erhöhung der Kontrolldichte entlang der gesamten Lieferketten von Neuland-Fleisch“, sagte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Neulandbauern zeigen seit 25 Jahren, dass eine artgerechte Nutztierhaltung möglich ist. Das war und ist eine Chance für Bauernhöfe, aus der Massentierhaltung auszusteigen, die Tierhaltung in Riesenställen zu hinterfragen und Verbraucherinnen und Verbrauchern Produkt-Alternativen zu bieten. Umso bedauerlicher waren die Betrugsvorfälle, denen mit den eingeleiteten Maßnahmen für die Zukunft ein Riegel vorgeschoben wird“, sagte Weiger.
Damit Betrügereien wie im zurückliegenden Jahr unterbunden werden, sollen externe Kontrolleure künftig die Warenströme besser überwachen. Dafür soll eine Kontrollkommission sorgen. Verstöße gegen zentrale Neuland-Kriterien sollen mit einem sofortigen Vermarktungsverbot geahndet werden. Neuland strebt zudem eine Systemanerkennung des Tierschutzlabels des Deutschen Tierschutzbundes in der Premiumstufe an.
Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes e.V.: „Es muss alles getan werden, damit Neuland seine Tätigkeit im Sinne des Tierschutzes, der Umwelt und der Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher fortsetzen kann. Und wenn die jetzt eingeleiteten Reformen greifen, die Voraussetzungen geprüft sind, dann ist der Weg für eine Systemanerkennung der Neuland-Produkte mit dem Tierschutzlabel (Premiumstufe) geebnet. Derzeit gibt es Label- und Kontrollrichtlinien für Schweine und Masthühner, für andere Tierarten sollen sie folgen. Das wird ein weiterer Schritt sein, damit Neuland das Vertrauen als Alternative zur nicht-tiergerechten Intensivtierhaltung zurückgewinnt.“
Martin Schulz, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.: „Neuland ist ein einzigartiges, eigenständiges Programm. Mit seinen in über 25 Jahren von Bauern und Verbänden gemeinsam entwickelten Haltungssystemen zeigt Neuland, wie artgerechte Tierhaltung in der wirtschaftlichen bäuerlichen Praxis funktioniert. Das setzt Maßstäbe auch für andere Initiativen. Die Fehler, die uns im letzten Jahr kräftig geschadet haben, lagen in einem unzureichenden Kontroll- und Sanktionssystem vor allem der Warenflüsse. Das mussten wir dringend ändern. Jetzt gilt es, sich wieder selbstbewusst der wachsenden Nachfrage nach Fleisch aus tiergerechter Haltung zu widmen. Neuland hat viel zu bieten.“

Pressekontakt: Für Nachfragen ist Jochen Dettmer, Bundesgeschäftsführer von Neuland e.V., unter der Handynummer 0172 / 81 26 337 erreichbar.

Artikel als PDF (54 kB) herunterladen
(Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Link und wählen Sie „Ziel speichern unter …“.)