Qualitätsfleisch aus tiergerechter und umweltschonender Haltung

25.01.2021
SPD-Fachkonferenz „Nachhaltige Ernährung: Vom Feld bis auf den Teller – fair, gesund und klimafreundlich“

Am 19.01.2021 hat die SPD-Bundestagsfraktion im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in diesem Jahr eine Online-Fachkonferenz abgehalten mit dem Thema „Nachhaltige Ernährung: Vom Feld bis auf den Teller – fair, gesund und klimafreundlich“. Hier kamen verschiedene Speaker aus Wissenschaft, Praxis & Politik zu Wort, die aus Ihrer Sicht diskutierten was es für eine zukunftsfähige, umweltschonende und gesellschaftlich akzeptierte Land- und Ernährungswirtschaft braucht.

Im Panel „Tierwohl“ referierte unser NEULAND Vorstandssprecher Jochen Dettmer zum Thema „Tierwohl ist nicht nur für Tiere gut – wie Erzeuger, Verbraucher und Klima davon profitieren können“ mit Dr. Michael Marahrens (vom FLI, Institut für Tierschutz und Tierhaltung).

Das Thema ließ sich grob unter 3 Hauptfragen aufteilen, zu denen wir euch hier unseren Standpunkt grob zusammengefasst wiedergeben möchten, denn diese Fragen beschäftigen gerade viele Menschen an vielen Schnittstellen in der öffentlichen Diskussion:

Wie muss eine landwirtschaftliche Nutztierhaltung aussehen, die Erzeugern, Tieren und Verbrauchern gerecht wird?

Das war genau die Frage, die sich Ende der 80ziger Jahre verschieden Verbände gestellt haben, darunter der Deutsche Tierschutzbund, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft.
Die Antwort war die Gründung von NEULAND, einem Qualitätsfleischprogram für besonders tiergerechte Haltung.
Die Bestandteile des Programmes waren Haltungsrichtlinien, die sich an den Bedürfnissen der Tiere orientierten und für die Bauern und Bäuerinnen praktikabel waren. Weitere wichtige Bestanteile des NEULAND-Programmes waren und sind der Verzicht auf gentechnisch veränderte Futtermittel, Bestandsobergrenzen, Kontrolle der Betriebe, Kennzeichnung der Produkte, ein Vermarktungssystem und faire Preise.

Was hat der Verbraucher davon?

Platt gesagt, besseres Fleisch, sie können mit gutem Gewissen genießen. Aber eigentlich ist es komplizierter, denn am Ende ist es auch mehr als das Produkt „gutes Fleisch“. Mit dem Kauf leistet jeder Verbraucher auch einen Beitrag zum Tierschutz, Umweltschutz und Klimaschutz. Wenn sie dann noch faire Preise zahlen haben auch die Bauern und Bäuerinnen etwas davon. Wie nennen das nachhaltigen Konsum, also eine Win-Win Situation.
Darüber hinaus muss es aber Verbrauchern und Verbraucherinnen auch ermöglicht werden, diese Produkte zu kaufen, durch z.B. eine verbindliche Kennzeichnung, wie es die SPD-Bundestagsfraktion vorschlägt.

Und was bewirkt das für den Klimaschutz?

Durch den Umbau der Tierhaltung können wir die Klimabelastungen reduzieren, aber nicht auf Null bringen. Landwirtschaftliche Systeme können nicht Klimaneutral sein, solange wir fossile Energieträger nutzen. Aber wir können schon jetzt durch den Umbau der Tierhaltung, mit einer flächengebundenen Produktion, die Tierbestände reduzieren und uns eine Grünlandbezogene Fleischproduktion bevorzugen. Wir können auf Importfuttermittel aus Südamerika verzichten und damit den Regenwald retten und durch kurze Wege, regionale Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung CO2 einsparen. Aber es reicht nicht alleine die Landwirtschaft in Deutschland oder Europa umzubauen, wie müssen auch unser Konsumverhalten ändern, sonst verlagern wir nur die Erzeugungsprobleme.
Weniger Fleisch essen ist gesünder, dafür nachhaltiger konsumieren. Davon profitieren, die Nutztiere, die Umwelt, die Bauern und Bäuerinnen und das Klima.


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