Qualitätsfleisch aus tiergerechter und umweltschonender Haltung

16.03.2021
Zwei Fragen an: Heidemarie Klingbeil – Tierschützerin und ehem. Büroleitung des NEULAND-Büros

Frau Prof. Dr. Klingbeil, Sie sind vor kurzem 80 Jahre alt geworden, herzlichen Glückwunsch dazu. Sie blicken auf ein erfülltes Berufsleben zurück, als Hochschullehrerin und danach als Leiterin des NEULAND-Büros in Berlin. Zudem sind Sie aktive Tierschützerin, haben die Tierschutz-Kinder-und-Jugendarbeit in Berlin  begründet und waren später einige Jahre Vorstandsvorsitzende des Berliner Tierschutzvereins.

Unter Tierschützern wird oft diskutiert, ob es ethisch vertretbar, ist Fleisch zu essen oder nicht besser ganz darauf zu verzichten. Wie sehen Sie das ?

Prof. Heidemarie Klingbeil: Natürlich ist die Entscheidung jedes Einzelnen zu respektieren, auf Fleisch zu verzichten. Und der Fleischkonsum ist insgesamt viel zu hoch. Das erzeugt z.T. unsägliche Tierschutzprobleme, Umweltprobleme und ist zudem noch ungesund. Es ist aber durchaus ethisch zu respektieren, Fleisch zu essen, wenn es aus einer Erzeugung kommt, die die arteigenen Verhaltensansprüche der Nutztiere, wie im NEULAND-Programm, berücksichtigt.

Frau Prof. Dr. Heidemarie Klingbeil

D.h, Wir können Tiere lieben und sie trotzdem essen ?

Prof. Heidemarie Klingbeil:  Ja, weniger Fleisch essen und dann aus einer Erzeugung, die sicherstellt, daß mit den Tieren respektvoll umgegangen und ihnen ein tiergerechtes Leben ermöglicht wird, so wie es das Tierschutzgesetz vorschreibt. Das NEULAND-Programm für besonders tiergerechte Haltung zeigt seit über 30 Jahren, daß man auch mit guten Gewissen Fleisch genießen kann. Meine Erfahrungen im NEULAND-Büro Berlin haben gezeigt, dass ein gutes Miteinander zwischen Bauern und Bäuerinnen, den Vermarktern und den Fleischer-fachgeschäften sehr, sehr wichtig ist. Das funktioniert aber nur, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher bereit sind, einen angemessenen Preis für NEULAND-Qualitätsfleisch zu zahlen.


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