Qualitätsfleisch aus tiergerechter und umweltschonender Haltung

Information zur Ferkelkastration

Wir sparen nicht an der Betäubung!

Mehr Tierschutz in der Schweinehaltung
– wir zeigen, wie’s geht!

Um das Entstehen des typischen Ebergeruchs zu verhindern, werden in Deutschland jährlich mehr als 20 Millionen männliche Ferkel kastriert. Ohne Betäubung, bei vollem Schmerzempfinden werden den Ferkeln operativ mit einem scharfen Messer beide Hoden entfernt. Das deutsche Tierschutzgesetz erlaubt diese Qual noch bis 2018. Bis dann dürfen männliche Ferkel bis zum Alter von sieben Tagen ohne Betäubung kastriert werden. Eine tierquälerische Praxis, die nur wenigen Verbraucherinnen und Verbrauchern bewusst ist.

Bei NEULAND ist das seit 2008 nicht mehr erlaubt. Bei allen NEULAND-Landwirten erhalten die Ferkel eine Kurzzeitvollnarkose mit dem auch in der Humanmedizin verwendeten Narkosegas Insofluran. Gleichzeitig wird den Tieren ein Schmerzmittel verabreicht, damit der Schmerz nach dem Aufwachen ebenfalls gemindert wird. Seit 2008 arbeitet NEULAND erfolgreich mit der Schweizer Betäubungsanlage der Firma agrosystems (früher agrocomp) zusammen.

Wenn Sie mehr über das Thema Ferkelkastration erfahren wollen, finden Sie hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ausstattung der Betäubungsanlage

  • Betäubung mit ISOFLURAN/Trägergas Sauerstoff
  • Abschlussdichte, flexible Schnauzendoppelmaske nach Dr. Walker mit integrierter aktiver Restgasabsaugung und mechanisch-automatischer Verschlusstechnik
  • Einfache Handhabung mit Atembeutel
  • Anlage ist ausgerüstet mit 2-4 Ferkelhalterungen (Stationen)
  • Unabhängige Funktion der Stationen  mittels Ein- und Ausschalter

Erfahrungen aus der Praxis

  • 75-95 Sekunden, bis die Ferkel schlafen
  • Ferkel sind während des Eingriffs nicht bei Bewusstsein (2-4 Min.) und erfahren keinen Stress
  • praktisch keine Blutung
  • keine Unruhe oder Panik im Stall
  • 90-120 Sekunden nach dem Eingriff ist das Ferkel wieder bei vollem Bewusstsein
  • keine Schmerzen während und nach dem Eingriff
  • gute Wundheilung
  • normales Verhalten unmittelbar nach dem Aufwachen

Gesetzliche Grundlagen

In Deutschland ist Isofluran noch nicht zugelassen. Daher muss der Einsatz durch eine/einen Tierärztin/Tierarzt durchgeführt werden und dabei jeweils eine Umwidmung erfolgen. Laut Aussage des Bundeslandwirtschaftsministeriums aus 2008 ist eine Umwidmung grundsätzlich möglich, wenn im Einzelfall belegt ist, dass das Behandlungsziel nicht mit den zugelassenen Arzneimitteln erreicht werden kann. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BVL) sieht hierbei einen Therapienotstand gegeben, der die Umwidmung von Isofluran rechtfertigt, da man bei der Injektionsnarkose ansonsten zwei statt einem Medikament nehmen muss.
Ab dem 1.1.2019 ist die betäubungslose Ferkelkastration gesetzlich verboten.

Veterinärmedizinischer Hintergrund zur Ferkelkastration

Für den Ebergeruch verantwortlich sind der Sexuallockstoff Androstenon und Skatol. Die Synthese beginnt bereits im Ferkelalter und steigt während der Wachstumsphase – besonders ab einem Gewicht von ca. 90 kg an. Beim Erhitzen des Fleisches kann das leicht flüchtige Androstenon entweichen, das einen schweiß- und urinähnlichen Geruch hat. Dieser wird von vielen deutschen Verbrauchern als sehr unangenehm empfunden. Daher verzichtet NEULAND auch auf die Ebermast, die von einigen großen Fleischunternehmen betrieben wird. NEULAND fehlt die Möglichkeit, geruchsanfälliges Fleisch zu verwerten.