Besichtigung des NEULAND-Betriebes Asbrock in Melle mit Ministerpräsident Olaf Lies und Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte, „Bundesprogramm Umbau der Tierhaltung muss weitergehen !“
Melle, den 12.02.2026
Im August des letzten Jahres hat das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat ( BMLEH) verkündet, das Bundesprogramm Umbau der Tierhaltung einzustellen. Betroffen davon ist das Ende der Förderung der laufenden Kosten für die besonders tiergerechte Haltung der Sauen, Ferkelaufzucht und Schweinemast für 2028 und das Ende der Förderung für Investitionen in der Schweinhaltung, mit Antragsende zum 31.8.26.
Der NEULAND-Verein hat den Niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies und die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte auf den NEULAND-Betrieb von Gerrit Asbrock eingeladen, um die Sinnhaftigkeit des Bundesprogrammes aufzuzeigen und die Folgen des vorzeitigen „Aus“ zu benennen. Als Junglandwirt und Hofnachfolger hat der 23-jährige Gerrit Asbrock einen neuen Abferkelstall für 40 Sauen und 750 Mastschweineplätze gebaut. Die Investition von cira. 3 Mio € war nur möglich, da mit dem Bundesprogramm „Umbau der Tierhaltung“ eine Förderung in Höhe von 1,4 Mio € zur Verfügung gestellt worden ist und mit der Marke NEULAND ein Vermarktungskonzept vorhanden war.
„Wir fordern daher Bundeslandwirtschaftsminister Rainer auf, das Bundesprogramm ‚Umbau der Tierhaltung‘ neu aufzulegen und die handwerklichen Fehler zu beheben. Wir befürchten, dass der im gesellschaftlichen Konsens vorgeschlagene Weg der Borchert-Kommission für die notwendige Weiterentwicklung der Schweinehaltung in Deutschland ansonsten beendet wird und das Vertrauen nachhaltig gestört ist“, so der Vorsitzende des NEULAND-Vereins Martin Schulz.
Bei seinem Besuch betonte der Niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies: „Die Landwirtschaft ist eine wichtige Schlüsselbranche unseres Landes, und eine zukunftsfähige Tierhaltung bleibt für Niedersachsen unverzichtbar. Wer von den Betrieben hohe Investitionen in moderne und tiergerechte Ställe erwartet, muss dafür auch verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. Das vorzeitige Ende des Bundesprogramms ‚Umbau der Tierhaltung‘ war deshalb das falsche Signal. Die Länder können die entstandene Förderlücke nicht allein schließen – der Bund muss hier seiner Verantwortung gerecht werden und für eine tragfähige Anschlussfinanzierung sorgen. Klar ist: Niemand kann ein Interesse daran haben, dass wir vermehrt Fleisch aus dem Ausland importieren, wo häufig niedrigere Tierwohlstandards gelten.“
Ministerin Miriam Staudte: „Niedersachsen ist das Land mit der bundesweit größten Nachfrage des investiven Bundesförderprogramms. In unserem Land steht bei 1.200 Sauenhalterinnen und -haltern der Umbau des Deckzentrums bis 2029 und der des Abferkelbereichs bis 2036 bevor. Die betroffenen Bundesländer wurden vor der Entscheidung des Bundeslandwirtschaftsministers nicht kommunikativ eingebunden. Die Bereitstellung von Mitteln über die Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und Küstenschutz, kurz GAK, statt über ein Bundesprogramm benachteiligt das tierreiche Niedersachsen, weil der Verteilungsschlüssel der GAK sich bislang nicht an den Tierzahlen der Bundesländer orientiert. Ich fordere den Bund auf, zu seinem Wort zu stehen, eine entsprechend deutliche Aufstockung der GAK-Mittel vorzunehmen und dabei einen Verteilschlüssel entsprechend der Tierhaltung in den Bundesländern anzuwenden. Für Niedersachsen bedeutet der reguläre GAK-Verteilschlüssel derzeit lediglich rund 14 % – das reicht bei Weitem nicht aus, um den notwendigen Umbau der Schweinehaltung über das Agrarinvestitionsförderprogramm zu finanzieren.“
Der NEULAND-Verein ist als landwirtschaftlicher Fachverband Träger des NEULAND-Programmes für Produkte aus besonders tiergerechter Haltung und seit über 35 Jahren Pionier in innovativen tiergerechten Haltungsverfahren, deren Kennzeichnung und Vermarktung.
Nachfragen bei Jochen Dettmer, Vorstandssprecher, T:0172/8126337 und www.neuland-fleisch.de









