Wir sind betroffen, und das ist noch milde ausgedrückt

Bonn, den 05.06.2014

Die ZEIT berichtet in der heutigen Ausgabe über Tierschutzverstöße und weitere Mängel bei der Vermarktungs-GmbH „Neuland Süd“. Das Unternehmen hat die Lizenz zur Verwendung des NEULAND-Logos. Der NEULAND e.V., Lizenzgeber, ist ein Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung in der Landwirtschaft, der von drei Trägerverbänden (Arbeitsgemeinschaft für bäuerliche Landwirtschaft/AbL, Bund für Umwelt und Naturschutz/BUND und der Deutsche Tierschutzbund/DTSchB) vor über 25 Jahren gegründet wurde. Zu den Vorwürfen und den Konsequenzen erklärt der NEULAND-Verein gemeinsam mit den Trägerverbänden:

Wir sind weiter überzeugt von der NEULAND-Idee, für die jetzt ein neues System aufgebaut werden muss, zu dem alle NEULÄNDERINNEN und NEULÄNDER, aber besonders auch die Verbraucherinnen und Verbraucher wieder Vertrauen fassen können. Der Vorwurf der ZEIT „Gier regiert“ ist unangemessen. Die Idee und Philosophie von NEULAND, die zur Gründung des Zusammenschlusses von Bauern, Umwelt- und Tierschützern in Form eines Vereins geführt hat, war und ist der richtige Weg: Wir brauchen eine Alternative zu der zunehmenden Intensivierung der Tierhaltung. Eine Alternative, die in der wirtschaftlichen Praxis die Interessen des Tierschutzes, des Umweltschutzes, der Bauern und der Verbraucherinnen und Verbraucher verbindet und umsetzt.
Wir sind tief betroffen – und das ist noch milde ausgedrückt – über die in der ZEIT nachzulesenden Vorwürfe gegen die Vermarktungsgesellschaft „Neuland-Süd“, die gefordert ist, Erklärungen abzugeben. Wir wollen und werden den ehrlichen und überzeugten NEULAND-Bauern und -Fleischern, die diesen Weg seit nunmehr über 25 Jahren gehen, den Rücken stärken. Klarzustellen gilt aber auch: Wer sich versucht, an Regeln vorbeizumogeln, egal mit welcher Motivation, der gehört nicht in die NEULAND-Familie.

  • Der NEULAND-Verein hat beschlossen, den Entzug der Lizenz zur Nutzung des NEULAND-Logos für die Vermarktungsgesellschaft „Neuland-Süd“ wegen schwerwiegender Verstöße gegen Richtlinien zu vollziehen. Dies bedarf einer sofortigen intensiven juristischen Prüfung und Zuarbeit, die bereits beauftragt wurde.
  • Zugleich wollen der Vorstand und die Trägerverbände ihre Verantwortung für die im Sinne der NEULAND-Idee handelnden Landwirte und angeschlossenen Vertriebswege (u. a. Fleischereien) wahrnehmen, die ebenso derzeit massiv unter den Verfehlungen leiden. Der Vorstand wird prüfen, wie auch nach dem beschlossenen Lizenzentzug eine weitere Vermarktung möglich ist. Denn es braucht das alternative Angebot; die NEULÄNDERINNEN und NEULÄNDER werden mehr denn je gebraucht.
  • Der Vorstand hat zugleich mit seinen Trägerverbänden beschlossen, den bereits vor der Veröffentlichung von Vorwürfen begonnen strukturellen Umbau massiv voranzutreiben. Dazugehört u. a. die intensivere Prüfung des Warenflusses und eine höhere Transparenz für den Verein in Hinblick auf die Wirtschaftswege und auf die Einhaltung der Anforderungen. Das ist Grundlage dafür, sich das Vertrauen der Verbraucher zurück zu erarbeiten. Zudem wird der Verein jetzt alle Vermarktungs-GmbH`s als Lizenznehmer durch Sonderaudits überprüfen.
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